Ob im Freibad, Hallenbad oder Hotelpool: Schwimmen ist eine beliebte Freizeit- und Sportaktivität. Doch nach dem Aufenthalt im Wasser machen sich bei manchen Menschen gerötete, brennende oder trockene Augen bemerkbar. Besonders gechlortes Wasser kann den empfindlichen Tränenfilm und die Augenoberfläche reizen.
Wer ohnehin zu trockenen oder empfindlichen Augen neigt, nimmt diese Beschwerden häufig besonders deutlich wahr. Mit einigen einfachen Maßnahmen können Sie Ihre Augen beim Schwimmen schützen und Reizungen vorbeugen.
Warum Chlorwasser die Augen reizen kann
Unser Tränenfilm bildet eine natürliche Schutzschicht auf der Augenoberfläche. Er hält Hornhaut und Bindehaut feucht, sorgt für eine glatte optische Oberfläche und schützt das Auge vor äußeren Einflüssen.
Beim Schwimmen kommt das Auge jedoch mit dem Poolwasser und den darin enthaltenen Stoffen in Kontakt. Chlor dient im Schwimmbad der Desinfektion und ist wichtig, um Krankheitserreger im Wasser zu reduzieren. Gleichzeitig können Chlor und insbesondere sogenannte Chloramine die Augenoberfläche reizen. Chloramine entstehen, wenn Chlor beispielsweise mit Schweiß, Hautpartikeln oder anderen Verunreinigungen im Wasser reagiert.
Der Tränenfilm kann dadurch vorübergehend beeinträchtigt werden. Typische Beschwerden nach dem Schwimmen sind:
- Gerötete Augen
- Brennen oder Jucken
- Trockenheitsgefühl
- Fremdkörper- oder Sandkorngefühl
- Tränende Augen
- Vorübergehend verschwommenes Sehen
- Erhöhte Lichtempfindlichkeit
Meist klingen leichte Augenreizungen nach dem Schwimmen von selbst wieder ab. Wer regelmäßig schwimmt oder bereits unter trockenen Augen leidet, sollte seine Augen jedoch besonders gut schützen.
Unsere Tipps für augenfreundliches Schwimmen
1. Eine gut sitzende Schwimmbrille tragen
Eine Schwimmbrille ist der einfachste und wirkungsvollste Schutz vor direktem Kontakt mit Chlorwasser. Wichtig ist, dass sie gut sitzt und möglichst wenig Wasser eindringen lässt.
Die Brille sollte rund um die Augen gleichmäßig abdichten, ohne unangenehm zu drücken. Wer regelmäßig schwimmt und eine Fehlsichtigkeit hat, kann auch auf Schwimmbrillen mit Sehstärke zurückgreifen.
2. Augen unter Wasser möglichst geschlossen halten
Wer ohne Schwimmbrille ins Wasser geht, sollte die Augen unter Wasser möglichst nicht längere Zeit geöffnet halten. Dadurch lässt sich der direkte Kontakt der Augenoberfläche mit Chlorwasser reduzieren.
Besonders bei empfindlichen oder trockenen Augen kann bereits eine längere Schwimmeinheit ohne Schutz zu Brennen und Rötungen führen.
3. Nach dem Schwimmen die Augen schonen
Nach dem Schwimmen empfiehlt es sich, Gesicht und Augenpartie mit sauberem Wasser abzuspülen. Sind die Augen bereits gereizt, können konservierungsmittelfreie Benetzungstropfen dabei helfen, den Tränenfilm zu unterstützen und Trockenheitsbeschwerden zu lindern.
Vermeiden Sie es außerdem, unmittelbar nach dem Schwimmen kräftig in den Augen zu reiben. Das kann die ohnehin gereizte Augenoberfläche zusätzlich belasten.
4. Kontaktlinsen vor dem Schwimmen herausnehmen
Mit Kontaktlinsen zu schwimmen ist keine gute Idee – unabhängig davon, ob es sich um ein Schwimmbad, einen See oder das Meer handelt.
Kontaktlinsen können Wasser und darin enthaltene Mikroorganismen an der Augenoberfläche festhalten. Dadurch steigt das Risiko für Augeninfektionen, die in seltenen Fällen auch schwerwiegend verlaufen können.
Am sichersten ist es deshalb, die Kontaktlinsen vor dem Schwimmen herauszunehmen und stattdessen eine Schwimmbrille mit entsprechender Sehstärke zu verwenden.
5. Bei trockenen Augen besonders vorsichtig sein
Menschen mit einem Trockenen Auge (Sicca-Syndrom) haben häufig bereits einen instabilen oder qualitativ veränderten Tränenfilm. Chlorwasser kann die empfindliche Augenoberfläche dann zusätzlich reizen.
Wenn Ihre Augen nach dem Schwimmen regelmäßig stark brennen, gerötet sind oder sich trocken anfühlen, kann eine Untersuchung des Tränenfilms sinnvoll sein. So lässt sich feststellen, welche Ursache hinter den Beschwerden steckt und welche Behandlung geeignet ist. Kommen Sie dazu gerne in unsere Sicca-Sprechstunde speziell zur Abklärung bei Trockenen Augen.
Freibad, See oder Meer – was ist besser für die Augen?
Nicht nur Chlorwasser kann die Augen reizen. Auch beim Schwimmen in natürlichen Gewässern sollte die Augenoberfläche geschützt werden.
- Im Freibad und Hallenbad können Chlor und Chloramine zu Reizungen führen.
- Im Meer kann der hohe Salzgehalt bei empfindlichen Augen Brennen und Trockenheitsgefühle verursachen.
- In Seen und anderen natürlichen Gewässern können sich dagegen Mikroorganismen befinden, die beim Kontakt mit den Augen zu Infektionen führen können. Besonders problematisch ist dies in Verbindung mit Kontaktlinsen.
Eine gut sitzende Schwimmbrille ist daher nicht nur im Schwimmbad, sondern auch beim Schwimmen in natürlichen Gewässern sinnvoll.
Sind rote Augen nach dem Schwimmen gefährlich?
Leicht gerötete oder brennende Augen direkt nach dem Schwimmen sind häufig eine vorübergehende Reaktion auf das Wasser und klingen meist innerhalb kurzer Zeit wieder ab.
Anders sieht es aus, wenn die Beschwerden stark ausgeprägt sind oder länger anhalten. Insbesondere bei folgenden Symptomen sollten Sie Ihre Augen augenärztlich untersuchen lassen:
- Starke oder zunehmende Augenschmerzen
- Ausgeprägte Rötung
- Deutliche Lichtempfindlichkeit
- Anhaltend verschwommenes oder vermindertes Sehen
- Starker Tränenfluss oder Sekret
- Beschwerden, die nicht wieder abklingen
Auch nach dem Schwimmen mit Kontaktlinsen sollten neu auftretende Beschwerden ernst genommen werden. Hinter Schmerzen und Rötungen kann in diesem Fall auch eine Infektion der Hornhaut stecken, die zeitnah behandelt werden sollte.
Fazit
Schwimmen macht Spaß und ist eine wohltuende Form der Bewegung – für die Augen bedeutet der Kontakt mit Chlor-, Salz- oder Seewasser jedoch eine zusätzliche Belastung. Vor allem Chlorwasser kann den natürlichen Tränenfilm beeinträchtigen und vorübergehend zu roten, brennenden oder trockenen Augen führen.
Eine gut sitzende Schwimmbrille bietet einen einfachen Schutz. Kontaktlinsen sollten vor dem Schwimmen herausgenommen werden. Nach dem Schwimmen können sauberes Wasser und bei Bedarf konservierungsmittelfreie Benetzungstropfen die gereizten Augen unterstützen.
Treten Augenreizungen nach dem Schwimmen regelmäßig auf oder halten die Beschwerden länger an, ist eine augenärztliche Untersuchung empfehlenswert. So können mögliche Ursachen erkannt und die Augen gezielt behandelt werden.