Lidschatten, Mascara, Kajal und Eyeliner gehören für viele Menschen zur täglichen Beauty-Routine. Doch gerade die empfindliche Augenpartie reagiert schnell auf falsche Anwendung, ungeeignete Produkte oder mangelnde Hygiene. Die Folge können gerötete, trockene oder gereizte Augen sein – in manchen Fällen sogar Entzündungen.
Mit einigen einfachen Regeln können Sie Ihre Augen beim Schminken schützen und Augen-Make-up sicher anwenden.
Warum die Augenpartie besonders empfindlich ist
Die Haut rund um die Augen ist die dünnste Haut unseres Körpers. Gleichzeitig liegen Wimpern, Lidrand und Meibom-Drüsen eng beieinander. Diese Drüsen produzieren die Fettschicht des Tränenfilms und sorgen dafür, dass die Tränenflüssigkeit nicht zu schnell verdunstet.
Gelangen Kosmetikprodukte oder Partikel in diesen empfindlichen Bereich, können sie den Tränenfilm stören oder die Augenoberfläche reizen.
Eine gute Vorbereitung schützt die Haut
Vor dem Schminken sollten Gesicht und Augenlider sauber und trocken sein.
Eine speziell für die Augenpartie geeignete Augenpflege kann helfen, die empfindliche Haut zu pflegen und das Make-up gleichmäßiger aufzutragen. Lassen Sie die Pflege kurz einziehen, bevor Sie mit dem Schminken beginnen.
Make-up nicht bis an den Lidrand auftragen
Viele Menschen tragen Lidschatten, Eyeliner oder Kajal direkt bis an die Lidkante auf.
Dabei befinden sich dort die Ausführungsgänge der Meibom-Drüsen. Werden diese regelmäßig durch Kosmetikprodukte verstopft oder gereizt, kann dies die Stabilität des Tränenfilms beeinträchtigen und trockene Augen begünstigen.
Lassen Sie daher möglichst einen kleinen Abstand zum Lidrand.
Lidschatten vorsichtig auftragen
Loser Lidschatten oder stark pudrige Produkte können leicht in die Augen gelangen.
Drücken Sie den Lidschatten daher besser sanft auf das Lid, anstatt ihn kräftig zu verstreichen. So lösen sich weniger Partikel und das Risiko für Reizungen wird reduziert.
Eyeliner in kleinen Schritten ziehen
Ein präziser Lidstrich gelingt oft besser, wenn er nicht in einer einzigen Bewegung gezogen wird.
Setzen Sie stattdessen mehrere kleine Punkte entlang des Wimpernkranzes und verbinden Sie diese anschließend vorsichtig miteinander. Das sorgt nicht nur für ein gleichmäßigeres Ergebnis, sondern verhindert auch unnötigen Druck auf das Augenlid.
Kajal besser nicht auf die innere Lidkante
Der sogenannte Waterline-Look ist beliebt, aus augenärztlicher Sicht jedoch nicht immer empfehlenswert.
Wird Kajal auf die innere Lidkante aufgetragen, kann er die Öffnungen der Meibom-Drüsen bedecken und Bestandteile des Tränenfilms verunreinigen. Besonders Menschen mit trockenen Augen, einer Lidrandentzündung oder empfindlichen Augen sollten daher möglichst darauf verzichten.
Mascara sparsam verwenden
Bereits wenige Mascara-Schichten reichen meist aus, um die Wimpern zu betonen.
Tragen Sie die Mascara möglichst nur auf die Wimpern und nicht bis direkt an den Lidrand auf. Dicke Mascara-Schichten können leichter bröckeln und Partikel freisetzen, die ins Auge gelangen.
Hygiene ist besonders wichtig
Viele Augenreizungen entstehen nicht durch das Make-up selbst, sondern durch verunreinigte Produkte oder Hilfsmittel.
Achten Sie deshalb auf folgende Hygieneregeln:
- Waschen Sie sich vor dem Schminken gründlich die Hände.
- Reinigen Sie Schminkpinsel und Applikatoren regelmäßig.
- Tauschen Sie Mascara spätestens nach drei bis sechs Monaten aus.
- Teilen Sie Augenkosmetik niemals mit anderen Personen.
- Verwenden Sie keine Produkte, deren Haltbarkeit überschritten ist.
Kontaktlinsen richtig einsetzen
Wer Kontaktlinsen trägt, sollte diese möglichst vor dem Schminken einsetzen und vor dem Abschminken wieder herausnehmen.
So gelangen weniger Make-up-Partikel unter die Kontaktlinsen und das Risiko für Reizungen wird reduziert.
Augen-Make-up immer gründlich entfernen
Ebenso wichtig wie das Schminken ist das schonende Abschminken.
Tränken Sie ein Wattepad mit einem geeigneten Augen-Make-up-Entferner und legen Sie es einige Sekunden auf das geschlossene Auge. Anschließend können Sie das Make-up sanft abwischen.
Vermeiden Sie starkes Reiben, da dies die empfindliche Haut reizt und Wimpern sowie Augenoberfläche unnötig belastet.
Wann sollten Sie auf Make-up verzichten?
Bei akuten Augenentzündungen, einer Bindehautentzündung oder nach augenärztlichen Eingriffen sollte auf Augen-Make-up verzichtet werden, bis die Augen vollständig abgeheilt sind.
Auch bei plötzlich auftretenden Rötungen, Schmerzen, Schwellungen oder verschwommenem Sehen sollten Sie das Make-up entfernen und die Beschwerden augenärztlich abklären lassen.
Fazit
Mit der richtigen Anwendung und guter Hygiene lässt sich Augen-Make-up in der Regel problemlos und sicher verwenden. Ein kleiner Abstand zum Lidrand, hochwertige Produkte, saubere Schminkutensilien und ein sanftes Abschminken helfen dabei, Reizungen, trockene Augen und Entzündungen vorzubeugen.
Wenn Ihre Augen trotz sorgfältiger Pflege regelmäßig gerötet, brennend oder gereizt sind, empfiehlt sich eine augenärztliche Untersuchung. So kann festgestellt werden, ob beispielsweise trockene Augen, eine Allergie oder eine andere Ursache hinter den Beschwerden steckt.